- Die Akten
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Sechs Aktenbände der Bergungsstelle wurden in einer Kooperation zwischen dem Landesarchiv Berlin und der ZLB digitalisiert und tiefenerschlossen. Die insgesamt 1785 Digitalisate können einzeln und in thematischen Konvoluten recherchiert werden. Zur Recherche oder einer Vorschau der Digitalisate klicken Sie bitte auf den entsprechenden Link in den Abbilddungen. Alternativ können Sie die erweiterte Suche nutzen.
- Die Bergungsstelle
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In der kurzen Zeitspanne von Juli 1945 bis Februar 1946 übernahm die Bergungsstelle komplette Bibliotheken und Sammlungen sowie durch Auslagerung und Kriegseinwirkung verstreute Buchbestände, die oft keinerlei Bestandszusammenhänge mehr hatten.
Doch oft wurden selbst vollständig geborgene Sammlungen aufgeteilt und an unterschiedliche Institutionen abgegeben. Bücher einer Provenienz wurden so unwiederbringlich verstreut, Sammlungen aufgelöst und neu zusammengestellt. Die Folgen für die Berliner Bibliotheken sind noch heute spürbar.
- Die Wege der Bücher
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Unter den verteilten Büchern befand sich NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut (im Folgenden kurz NS-Raubgut) und kriegsbedingt verbrachtes Kulturgut (Beutegut) aus den Beständen der am Entzug direkt beteiligten Organisationen oder den mit diesen in Verbindung stehenden Einrichtungen.
Noch bis weit in die 1990er Jahre wurden Dubletten und Depotbestände ungeprüft weitergegeben. Die Forschung zu NS-Raub- und Beutegut darf die Wege dieser Bücher nach 1945 nicht ignorieren.Für die Bibliotheken in Berlin ist der entscheidende Ausgangspunkt dieser Wege die Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken, über die sie große Mengen Raub- und Beutegut erhielten, das meist vollkommen aus den ursprünglichen Bestandszusammenhängen gerissen worden war.

